Kardio-MRT

Exakte Diagnosen. Strahlenfrei!


Zur Methode

Die Kernspintomographie gehört zu den sogenannten nichtinvasiven Schnittbildverfahren, die Quer- bzw. Längsschnitte von Organen oder Körperregionen liefern können. Im Gegensatz zur Computertomographie arbeitet dieses Verfahren jedoch ohne Röntgenstrahlen. Die Bilder werden unter Einsatz eines starken Magnetfeldes und Radiowellen (Hochfrequenz-Impulse) erstellt. Innerhalb dieses starken Magnetfeldes werden Wasserstoffatome (Protonen) durch "Radiowellen" angeregt, ein Signal auszusenden. Diese sogenannte Kernresonanz der Wasserstoffatome wird durch ein Empfangsgerät aufgezeichnet und dann von einem Computer in ein entsprechendes Bild umgewandelt.

Die Kernspintomographie erlaubt die Erstellung von Bildern in sämtlichen Ebenen (Quer- und Längsrichtung, gewinkelt). Für die exakte, räumliche Zuordnung der empfangenen Signale werden technische Bestandteile des Kernspintomographen ein- und ausgeschaltet (Gradientenspule). Dadurch kommt es während der Untersuchung zu relativ lauten Geräuschen. Die Lautstärke und auch die Art des Geräusches sind von der jeweiligen Untersuchung abhängig.

Als Patient befinden Sie sich während der Untersuchung auf einer bequemen Liege, die in die Röhre des Kernspintomographen hineingefahren wird. Bei den modernen Kernspintomographen verfügt diese Röhre über eine große Öffnung und ist mit einer zusätzlichen Luftzufuhr versehen. Gegen die Geräuschbelästigung erhalten Sie einen Gehörschutz. Die Dauer der Untersuchung ist unterschiedlich und hängt von der Art der gewünschten Untersuchung ab. Die einzelnen Messungen während einer Untersuchung dauern wenige Minuten. Zwischen den einzeln Messungsphasen entstehen jeweils kurze Pausen. Es ist wichtig, dass Sie während der Messungen ruhig liegen bleiben und Ihre Position über den gesamten Untersuchungsvorgang nicht verändern. Einige Diagnosen erfordern die Gabe eines Kontrastmittels, das in eine Vene gespritzt wird. Bei diesem Kontrastmittel (Gadolinium DTPA) handelt es sich um eine sehr gut verträgliche Substanz, die nur in sehr seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen führt. Das Kontrastmittel wird über das Blut im Körper verteilt und über die Nieren nach wenigen Stunden ausgeschieden. Es dient der besseren Abgrenzung von krankhaften Veränderungen innerhalb des untersuchten Gewebes.


Vielfache Einsatzmöglichkeiten
Mit der modernsten Gerätegeneration der MR-Tomographen konnten die Einsatzmöglichkeiten insbesondere im Bereich der kardiovaskulären Diagnostik stark erweitert werden. So erlaubt die MRT des Herzens heute genaue Rückschlüsse darauf, in welchem Teil des Herzens welche Störung vorliegt:

• Herzinfarkt
Nach einem Herzinfarkt arbeiten Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend. Mit Hilfe der MRT kann unterschieden werden, welche Gewebeteile bereits abgestorben, bzw. welche noch vital sind.

Während der Untersuchung wird in manchen Fällen ein Medikament verabreicht, das die Herztätigkeit steigert und eine Belastungssituation simuliert (Adenosin-Stress-MRT). So ist es möglich, zu erkennen, wie viel Blut durch die Herzkranzgefäße unter Belastung fließt. Die Gefährlichkeit und die Auswirkungen einer Verengung an den Gefäßen lassen sich so ebenfalls besser einordnen, denn nicht jede Verengung muss automatisch therapiert werden.

• Durchblutung des Herzmuskels

Die MRT ist hier eine Alternative zur Myokardperfusions-Szintigraphie. Der Patient erhält Medikamente, die eine Belastung des Herzens hervorrufen. Somit ist erkennbar, wie gut der Herzmuskel durchblutet wird und welche Herzbereiche unter Belastung nicht ausreichend versorgt werden (Adenosin-Stress-MRT).

• Bypass-Operation

Nach einer Bypass-Operation lässt sich mittels MRT überprüfen, wie durchgängig die neu geschaffenen Gefäßverbindungen sind.

• Herzmuskelentzündung

Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) und der das Herz umgebenden Häute (Perikarditis) sind mittels MRT direkt darstellbar. Die Entzündung ist als verändertes Gewebe sichtbar.

Weites Aussagespektrum
Dieses moderne Verfahren ermöglicht daher viele relevante Aussagen über das Herz, wovon die wichtigsten kurz vorgestellt werden sollen.
Die Funktion (Schlagfunktion) des Herzens kann sehr genau und unter unterschiedlichsten Schnittführungen dargestellt werden. Es können das Schlagvolumen und die Kontraktionfähigkeit des Herzens überaus exakt beurteilt werden.
Unter Gabe eines Kontrastmittels (Gd-DTPA) wird die Kardio-MRT zum Nachweis bzw. Ausschluss einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels eingesetzt. In der Regel wird die Durchblutung während einer Adenosin-induzierten Belastung  und unter Ruhebedingungen durchgeführt. Das Vorgehen ist nur sehr gering belastend, da sowohl das Kontrastmittel als auch das Adenosin über eine Armvene injeziert werden.
Ebenfalls kann die Narbenbildung nach einem abgelaufenen Herzinfarkt sehr genau nachgewiesen werden. Ein weiteres Einsatzgebiet für die Kardio-MRT sind Erkrankungen der Herzklappen und der angrenzenden Blutgefäße, weil die Herzkranzgefäße mit möglichen Einengungen exakt wie aussagekräftig abgebildet werden können.
Da die kernspintomographische Untersuchung des Herzens eine sehr umfangreiche Untersuchung ist, die sich aus mehreren Teiluntersuchungen zusammensetzt, erfordert sie eine deutlich längere Untersuchungszeit als Routineuntersuchungen. Zudem ist es notwendig, aus dem kompletten Untersuchungsspektrun die für den jeweiligen Patienten relevanten Untersuchungsschritte auszuwählen. Die Untersuchungszeiten betragen so durchschnittlich  zwischen 45 und 60 Minuten. Anschließend werden die ermittelten Daten vom Arzt ausgewertet.

Zu beachten!

Einen geringen Nachteil der Methode stellt der hohe Zeitaufwand dar, der inklusive der Auswertung der Daten mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Für einige Patienten ist die längere Verweildauer im MR-Tomografen nicht angenehm, wobei es sich beim Intera 1.5T um das offenste Gerät dieser Leistungsklasse handelt. Darüberhinaus fällt es einigen Patienten schwer die Luft mehrfach für 10-15 Sekunden anzuhalten.  
Wegen des starken Magnetfeldes im Untersuchungsraum ist es notwendig, dass Sie alle metallischen Objekte vom Körper (Fragen Sie bitte bei vorhandenem Piercing!) und aus der Kleidung entfernen. Metallgegenstände im Untersuchungsgebiet verschlechtern die Bildqualität derart, dass eine Auswertung erheblich eingeschränkt sein kann. Uhren und Magnetkarten (z. B. EC-Karten, Kreditkarten, Parkkarten) werden durch das Magnetfeld nachhaltig beschädigt. Daher müssen auch diese Gegenstände in der Kabine abgelegt werden. Kosmetika mit Metallpartikeln, wie z.B. Bodylotion, Lidschatten etc., können ebenfalls zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bildqualität führen
Vor der Untersuchung erhalten Sie einen Fragebogen, in dem Sie Ihre aktuellen Beschwerden angeben können und außerdem detaillierte Hinweise zur Untersuchung bekommen.
Vorhandene Voruntersuchungen sollten vorliegen bzw. bekannt sein, insbesondere jene von EKG und Ultraschalluntersuchungen (Echokardiographie).
Am Tag der Untersuchung (genauer 24 Stunden vorher) dürfen kein Kaffee, kein Tee, keine Schokolade oder koffeinhaltige Getränke konsumiert werden. Eventuell müssen einige Medikamente abgesetzt werden. Daher muss zur Terminvereinbarung unbedingt abgeklärt werden, welche Medikamentation bei Ihnen vorliegt.


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